Intelligente Membranen in Natur und Technik
Alexandra Lène/Rolf Böttner
Ausgleichsfelder* sind allgegenwärtig, ohne sie ist kein Leben
möglich. Sie entwickeln sich zwischen jedem Körper und seinem Umfeld
und es gibt sie in unendlich vielen Erscheinungsformen: Als Erd-Atmosphäre
liefern sie uns die Luft zum Atmen, als Kleidung schützen sie uns
vor Kälte und jeder Zellkern ist von einem Zellkörper umgeben. Ändern
sich die Umfeldbedingungen, so passt sich das Ausgleichsfeld an.
Wir stellen zwei aktuelle und besonders interessante Beispiele vor,
die aus einer Interaktion zwischen Mensch und Natur hervorgingen.
TBC-Erreger gegen Antibiotika resistent
Die WHO hatte kürzlich vor einer drastischen Zunahme von Tuberkulose-Bakterien
gewarnt, die gegenüber konventionellen Antibiotika zunehmend rascher
resistent werden. TBC-Bakterien sind besonders widerstandsfähig,
beispielsweise gegen Säuren resistent. "Nun haben deutsche Forscher
mit 3-D-Aufnahmen herausgefunden, warum der Erreger so widerstandsfähig
ist: Er besitzt gleich zwei Doppelmembranen. Dass Mycobakterium
tuberculosis der Erreger der Tuberkulose-Krankheit ist, hat Robert
Koch vor rund 125 Jahren herausgefunden. Wie man ihn bekämpft -
nämlich mit Antibiotika - weiß man auch schon seit langem." Man
kennt auch die chemischen Bestandteile der Hülle, weiß aber nicht
wie diese genau aufgebaut ist.
"Wie alle lebenden Zellen besitzen sie eine Zellmembran aus einer
Fett-Doppelschicht, auf der sich noch zusätzlich eine mehrschichtige
Zellwand befindet."
Im Sinne des Universal-Prinzips stellt die Schutzhülle der Bakterien
ihr Ausgleichsfeld dar, Zellmembran und Zellwand gehören der Grenzschicht
des Ausgleichsfeldes an. "Mykobakterien macht einzigartig, dass
sie Mykolsäuren, langkettige Fettsäuren, besitzen, die sich irgendwo
in der Bakterienhülle befinden. Diese Fettsäuren machen die Bakterien
stark wasserabstoßend und säurefest. Wie die chemischen Bausteine
der äußeren Wand jedoch strukturiert sind, war bislang unklar. Harald
Engelhardt vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried
und seine Kollegen haben die Hülle verschiedener Mykobakterien nun
erstmals genauer unterm Elektronenmikroskop analysieren können.
(…)
Wie die Forscher im Fachmagazin ‚Proceedings of the National Academy
of Sciences' schreiben, konnten sie so direkt belegen, dass diese
äußere Zellwand der Mykobakterien auch aus einer symmetrischen Fett-Doppelschicht
besteht. Bislang hatte man angenommen, dass die äußere Hülle der
Bakterien stark asymmetrisch aufgebaut ist. ‚Allerdings können wir
anhand der Fotos nur sagen, dass sie morphologisch (strukturell)
symmetrisch ist', sagte Engelhardt SPIEGEL ONLINE.
‚Es ist aber anzunehmen, dass sich die beiden Schichten biochemisch
unterscheiden.' Zudem war die Membran sehr viel dünner als gedacht.
(…) Zwischen der inneren Membran und der äußeren Doppelmembran der
Mykobakterien befinden sich Zuckerpolymere. Nun bleibt noch die
Frage zu klären, wo genau sich die schützenden Mykolsäuren befinden."
Quelle
Die Resultate sind medizinisch sehr wertvoll, weil sowohl chemische
Zusammensetzung als auch Struktur des Ausgleichsfeldes für die Resistenz
verantwortlich sind und damit die Grundlage für Gegenmaßnahmen bilden.
Im Sinne des Universal-Prinzips kommt der vermehrte Einsatz von
Antibiotika einer lebensbedrohlichen Umfeldänderung für die Mikroorganismen
gleich. Als Antwort auf diese Aggression gelang den Mykobakterien
eine Veränderung ihres äußeren Ausgleichsfeldes, ohne die inneren
Stoffwechselkreisläufe zu stören. In diesem Fall handelt es sich
um eine Verstärkung der Ausgleichsfeldgrenzschicht oder eventuell
um ein weiteres Ausgleichsfeld. Der symmetrische Aufbau der Membran
macht deutlich, dass die Veränderung vom Kern des Einzellers ausgeht.
Krieg gegen die Natur?
Was wird geschehen, wenn der Mensch noch aggressivere Mittel
entwickelt, die in der Lage sind, auch bisher resistente Bakterien
unschädlich zu machen? Die Natur hat auch dafür eine Antwort parat,
da ihr Bestreben immer darin liegt, ein Gleichgewicht herzustellen.
Die große Gefahr besteht darin, dass der Mensch in einem Anflug
von Größenwahn ein Wettrüsten mit der Natur beginnt und übersieht,
dass er sich selbst damit am meisten schadet.
Ein derartiges Verhalten entspricht nach dem Universal-Prinzip
einem rasanten Fall des menschlichen Niveaus. Tröstlich dabei: Am
Ende einer solchen "Gravitations-Spirale* erfolgt zwangsläufig ein
Wendepunkt, der auf neue Höhen führt. Näheres zu dieser Analogie
eines "Quantensprunges" finden Sie im Buch "Das Universal-Prinzip"
unter 3.5 "Raum und Materie" ab S.64. Die beschriebene konventionelle
Methode kommt einer Kriegserklärung gegen die Natur gleich. Der
nächste Beitrag zeigt den konstruktiveren Weg: von der Natur lernen.
Technische Ausgleichsfelder fangen Schmutz und Krankheitserreger
Um winzige Teilchen geht es bei der Nanotechnologie (Nano griech.
Zwerg, ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter). "Kühlschrankbeschichtungen
und Außenfarben lassen Schmutz und Wasser einfach abperlen, Autolacke
werden kratzfest. Selbst in Zahncremes lässt sich die Zwergen-Technologie
finden: Mini-Moleküle bilden eine Schutzschicht auf Zähnen. Schon
bald soll es nun mit winzigen Kügelchen auch möglich sein, Wasser
von Schmutz und Krankheitserregern sehr viel einfacher und kostengünstiger
zu befreien, als die herkömmliche Wasseraufbereitung das vermag.
Das zumindest berichten Wissenschaftler der University of South
Australia in Adelaide im Fachblatt ‚International Journal of Nanotechnology'."
Auf winzige Silikat-Kugeln wird eine hauchdünne Schicht aus Kohlenwasserstoffketten
aufgebracht. Diese Beschichtung sei einfach aufzubringen, die Materialien
würden sich von selbst verbinden. Damit sollen die Kugeln in der
Lage sein Krankheitserreger wie das in der Dritten Welt weit verbreitete
Polio-Virus oder das Escherichia-coli-Bakterium zu binden. Zur Wasserreinigung
werden die Kugeln ein Stunde lang im verschmutzten Wasser verrührt.
"Die Krankheitserreger würden sich durch elektrostatische Anziehung
bei einem bestimmten pH-Wert, der zeigt wie sauer oder basisch die
Flüssigkeit ist, an die Partikel heften. Die Komplexe aus Partikel
und Erreger könnten anschließend einfach aus dem Wasser herausgefiltert
werden, so die Wissenschaftler.
Günter Tovar vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik
in Stuttgart hält die Arbeit der australischen Wissenschaftler für
eine interessante Grundlage: "Die Methode selbst ist nicht neu,
sie wurde aber tatsächlich noch nicht für die Aufreinigung von Wasser
eingesetzt." Um diese Technik für die Wasseraufbereitung im großen
Maßstab einsetzen zu können, ist es wichtig, dass Erreger oder Chemikalien
wie Medikamentenrückstände ganz spezifisch aus dem Trinkwasser entfernt
werden. Das ist auch den australischen Wissenschaftlern noch nicht
gelungen. "Am Fraunhofer-Institut würde gerade genau an diesem Problem
gearbeitet, so Tovar." Quelle
Wir beginnen die Natur besser zu verstehen
"Traumatische Erlebnisse im Kindesalter können das Erbgut im Gehirn
dauerhaft verändern. Der erschreckende Befund schürt das Interesse
am jungen Feld der Epigenetik: Erfahrungen hinterlassen chemische
Spuren, die womöglich sogar vererbt werden."
Professor Szyf an der McGill University in Montreal hatte sich gefragt,
"… warum Babys, die von ihrer Mutter nicht gepflegt wurden, zu verängstigten
Tieren heranwuchsen, die stets in die dunkelste Ecke des Käfigs
flohen. Das auffällige Verhalten, so stellte Szyf fest, geht mit
einer erstaunlichen Veränderung am Erbgut einher: Im Nervengewebe
wird das Gen für einen Rezeptor zur Stressverarbeitung abgeschaltet.
(…)
Stress, der das normale Funktionieren der Gene durcheinander bringt?
Kaum einer hatte einen so direkten Effekt für denkbar gehalten.
Und vor allem stellte sich nun die Frage: Gibt es Ähnliches auch
beim Menschen? Verändern Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen
oder missbrauchen, dauerhaft die Gene im Hirn der Kleinen?
Diese Frage wollte Szyf anhand der Proben aus Quebec klären. Jungforscher
in seinem Labor isolierten die Erbsubstanz DNA aus den Hirnzellen
der Selbstmörder und suchten darin nach Spuren, die der frühkindliche
Missbrauch hinterlassen haben könnte.
Tatsächlich ergab die Analyse genau das: Ein Schlüsselgen in den
Zellen des Hippocampus der Opfer funktionierte nicht mehr recht.
Das Gen selbst hatte zwar keinen Schaden genommen, aber es war durch
eine chemische Markierung auf ‚Aus' geschaltet. (…)
Szyf, 53, sieht darin das Versprechen eines interdisziplinären Brückenschlags,
wie er ihn seit Anbeginn seiner Karriere angestrebt hat: (…) ‚Die
Geistes- und Naturwissenschaften sind vollständig getrennt', wundert
sich Szyf, ‚beinahe so, als ob Geist und Körper sich nichts zu sagen
hätten. Ich will verstehen, wie sie miteinander reden.'
Auch für die Erb- und Evolutionsbiologie könnten die neuen Befunde
eine tiefe Erschütterung bedeuten. Es scheint denkbar, dass kulturelle
Einflüsse und Erfahrungen biologisch vererbt werden. Lange schien
es geradezu ein Dogma der Biologie, dass nur zufällige Mutationen
der DNA neue Merkmale in nachfolgenden Generationen hervorbringen
können.
Mittlerweile legen einige Studien nahe: Die epigenetischen Muster
können ebenfalls vererbt werden. ‚Das ist das Ende der Theorie vom
egoistischen Gen', kommentiert die Biologin Eva Jablonka von der
Universität Tel Aviv in Israel. ‚Der ganze Diskurs über Vererbung
und Evolution wird sich verändern.' Quelle
Das Grundprinzip der Natur ist zugleich einfach und unglaublich
komplex, das beweisen Artenvielfalt und deren Anpassungsfähigkeit.
Der Einsatz kugelförmiger Objekte in der Technik bietet ein enormes
Potential. Der springende Punkt liegt in der Gestaltung geeigneter
Ausgleichsfelder, die in Wechselwirkung mit den Schadstoffen oder
Mikroorganismen treten können.
Die neuen Erkenntnisse der Epigenetik relativieren die Darwinsche
Auffassung, führen zurück zu Lamarcks Vorstellungen. Die gegenwärtige
gierige Globalisierungsphase, Gender Mainstreaming, künstliche Befruchtung,
Klonen, Genuss genmanipulierter Nahrung, Elektrosmog sind nur einige
der Themen, die nun aus einer erweiterten Sicht untersucht werden
sollten.
Die Einbeziehung der Größen, die wir in der biophysikalischen Ausarbeitung
des Universal-Prinzips definieren, könnte derartige Anwendungen
fördern.
Erläuterungen
*Ausgleichsfeld: Raum zwischen Körper und Umfeld, in welchem sich
die Wechselwirkungen zwischen Körper und Umfeld abspielen. Ausgleichsfelder
gleichen unterschiedliche Potenziale (wie Temperatur, Masse, aber
auch Realität und Wunsch) einander an. Beispiele für Ausgleichsfelder:
die Erdatmosphäre, der Duft einer Rose, Fruchtfleisch eines Apfels.
*Gravitation: Schwerkraft
Mehr dazu finden Sie in unserem Buch: Das
Universal-Prinzip
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